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Wie ich arbeite

Ich bin investigativer Datenjournalist bei SRF Data. Mein Job: Ich recherchiere Informationen, die von hohem öffentlichem Interesse, aber nicht einfach zu bekommen sind. Das kann sein, weil jemand diese Informationen verheimlichen will, oder weil diese Informationen in gesammelter Form einfach nicht existieren. Für die Recherche nutze ich oft technische Tools, beispielsweise Programmiersprache oder selbst-programmierte Software. Oft entstehen daraus früher oder später Datensätze, die ich dann auswerte. Oft arbeite ich auch mit Daten, die mir zugespielt wurden – von Whistleblowern, die einen Missstand melden wollen. Am Ende landen meine Recherchen in Beiträgen von SRF: Online, im Radio und/oder Fernsehen.

Die wenigsten wissen, wie Journalismus eigentlich entsteht – vieles davon passiert im Hintergrund und wird selten erklärt. Deshalb dieser kurze Leitfaden, was Sie von mir erwarten können.

Was ist mein Job?

Ich liefere ein möglichst genaues, unabhängiges Bild davon, was bei gewissen Themen in der Schweiz passiert – datenbasiert, nachvollziehbar, ohne vorgefertigte Meinung. Wir werden von Gebührengeldern bezahlt; haben also keine anderen Verpflichtungen als gegenüber unseren Gebührenzahlern: Den Schweizerinnen und Schweizern. Alle Journalist:innen von SRF und der ganzen SRG müssen den publizistischen Leitlinien folgen. Sie sind öffentlich für jede und jeden einsehbar. Da stehen spezifisch auch Regeln für Recherchen drin.

Wie mache ich Journalismus?

Ich sammle Daten, lese Dokumente, spreche mit Menschen – und versuche herauszufinden, was davon für die Öffentlichkeit relevant ist und wie ich es verständlich vermitteln kann. Viel meiner Arbeit besteht darin, Dinge besser zu verstehen. Oft arbeite ich dabei mit Whistleblower:innen und Hinweis-Gebern zusammen.

Die meisten davon sind Menschen wie Sie. Menschen, die einen Missstand entdeckt haben. Jede und jeder hat eine Erfahrung, eine Beobachtung, einen Verdacht. Manche haben auch Daten oder Dokumente, um den Missstand zu beweisen. Das interessiert mich.

Wie erreichen Sie mich?

Worüber können Sie mit mir sprechen?

Praktisch alles – Sie müssen keine fertige Geschichte oder Beweise mitbringen. Viele Recherchen beginnen mit: «Ich habe gehört, dass …» oder «Ich weiss nicht, ob das wichtig ist, aber …»

Ich lese jeden Hinweis und nehme ihn ernst. Aber ich kann auch nicht allem nachgehen.

Was bedeuten «off the record», «Hintergrund», «O-Ton»?

Diese Begriffe regeln, wie ich Informationen zuordnen darf. So verwende ich sie:

Wir klären die Spielregeln immer zuerst, bevor es losgeht.

Was macht einen guten Hinweis aus?

Besonders wertvoll ist ein Hinweis, wenn er

Sie brauchen aber nichts davon, um mich zu kontaktieren. Melden Sie sich einfach.

Wichtig: Ich darf Menschen nicht dazu aufrufen, Informationen/Dokumente/Daten zu entwenden, oder sonst etwas zu tun, dass gegen das Gesetz oder gegen die Pflichten zum Arbeitgeber sind. Falls Sie trotzdem so etwas vorhaben, schaue ich mir die Informationen gerne an – und verrate niemandem, wer sie mir gegeben hat und unter welchen Umständen sie zu mir kamen. Das nennt sich Quellenschutz. Der redaktionelle Quellenschutz ist sogar vor Gericht anerkannt. Ich muss Ihre Identitä also selbst vor Gericht nicht verraten.

Was passiert, wenn Sie mich kontaktieren?

Ich melde mich zeitnah zurück und schlage ein Gespräch vor – Telefon oder Messenger oder auch persönlich. Zu Beginn klären wir die Grundregeln: meistens erst off the record und anonym, damit Sie frei erzählen können, ohne sich sofort festzulegen. Danach sage ich Ihnen ehrlich, ob mich die Sache interessiert – falls nicht, vermittle ich Sie wenn möglich weiter. Und wenn ja: was ich als Nächstes vorhabe, was ich dafür brauche und wie es weitergeht.

In jedem Fall gilt: Wenn Sie mit für die Öffentlichkeit relevanten Informationen zu mir kommen, garantiere ich Ihnen Quellenschutz. Ihre Identität bleibt strikt geheim. Bitte passen Sie auf, wie und wo Sie was kommunizieren. Nutzen Sie keine Geräte Ihrer Arbeit (PC, Laptop, Handy, Telefon, Drucker, WLAN …).

Welche Fehler könnte ich als mögliche:r Whistleblower:in machen?

Oft ist der grösste Fehler schon gemacht, bevor ich kontaktiert werde: Jemand hat sich illegitimerweise Informationen beschaft und dabei Spuren hinterlassen. Zum Beispiel, in dem jemand mit dem Arbeitscomputer im internen System ein heikles Dokument rungergeladen hat, auf das nur wenige Zugriff haben. Falls es zu einer Untersuchung käme, würde der Arbeitgeber anhand von Computerlogs schnell herausfinden, wer das Dokument alles heruntergeladen hat. Deshalb: Möglichst keine solche Spuren hinterlassen oder diese möglichst gut verschleiern. Statt etwas herunterzuladen könnte man es auch mit einem (privaten) Handy vom Bildschirm abfotografieren. Im Zweifelsfall fragen Sie erst bei mir nach, wie man bei einer gewissen Situation möglichst vermdeiden kann, Spuren zu hinterlassen.

Etwas unklar oder nicht abgedeckt? Schreiben Sie mir – ich ergänze die Seite.